[Arthur Rimbaud]

Jean Arthur Rimbaud
(1854 – 1891)

Abendgebet

Im Sitzen blick ich, wie'n Engel in Händen eines Barbiers,
Gestemmt, mit den tiefen Riefen, die Maß,
Aufgequolln Hals und Bauch, das Meerschaumgetier
Im Mund, durch Luftsegel, die keiner fasst.

Wie's warme Fäkal alten Taubenschlags verführt,
Vom Feuer der Träume süß brennend durchrast:
Wie vom Rotgold, so jung, wüster Triebe beschmiert,
Ist mein trauriges Herz manchmal hölzern verquast.

Nachdem ich mein Träumen sorgfältig verschlang,
Dreh ich mich um, nach dreißig-vierzig Schoppen,
Und sammle mich, Zeit wird's, zu stillen den Drang:

So süß wie der Herr der Zedern und Ysopen,
Piss ich ins Himmelbraun, hoch und sehr lang,
Und beifällig nicken die Heliotropen.

_______________
Herr der Zedern und Ysopen: hier der Gott des alten Testaments.
Allerdings sind sowohl die Zeder, als auch der Ysopstrauch
auch allgemein tief mit orientalischen Überlieferungen verbunden.

Heliotropen: griechisch für Sonnenwende, einer Blume, die
dem Vergissmeinnicht ähnelt. Die astronomische Wintersonnenwende
steht allerdings in Verbindung zum Weihnachtsfest, wodurch
die Blasphemie verstärkt wird.
(E. B.)

Meine kleinen Geliebten

Ein Wasserstrom aus Tränen wäscht
      Des Himmels grünen Kohl:
Ein Bäumchen, das nach Nässe lechzt,
      Hängt sich mit Knospen voll;

In Gummihäute eingepackt,
      Wie Viertelmonde bleich,
Reibt die Kniechen aneinander,
      Liebste Vogelscheuchen!

Wir liebten uns in ferner Zeit,
      Blaue Vogelscheuche,
Du standst für Hahn und Ei bereit,
      Durchschaubar war dein Heucheln.

Zum Dichter hast du mich geweiht,
      Blonde Vogelscheuche:
Steig herab, dass ich dich frei
      Mit der Peitsche streichle!

Hab dein Haarfett abgeschleckt,
      Schwarze Vogelscheuche,
Deine Nase hat zersägt
      Meiner Fidel Saiten.

Bääh, gedörrt wie in der Wüste,
      Rote Vogelscheuche,
Klebt im Spaltenrund der Brüste
      Infektiös mein Speichel!

O meine kleinen Geliebten,
      Wie sehr ich euch hasse!
Hüllt eure hässlichen Titten
      In deckende Gaze!

Zertrampelt die alte Terrine
      Meines Gefühls,
Seid meine Hüpfballerinen
      Und gleich wieder still! …

O meine Liebsten, die Arme,
      Wie ihr sie verrenkt!
O wie ihr kreisend umgarnend
      Den Lendenstern schwenkt!

Dennoch: ich hab bei euch Kröten
      Manch Reim eingeübt,
Die Hüften möcht ich euch zertreten
      Und hab doch geliebt!

O ihr verlöschenden Sterne,
      Verzischt euch ins Eck!
Gott sollt ihr dienstbar verehren
      Bis ihr verreckt.

In Gummihäute eingepackt,
      Wie Viertelmonde bleich,
Reibt die Kniechen aneinander,
      Liebste Vogelscheuchen!


Das Herz des Kaspers

Mein tristes Herz spuckt auf den Bug,
Mein Herz, das Knaster stopft und Pein:
Sie pladdern Suppe drauf im Flug.
Mein tristes Herz spuckt auf den Bug:
Durch dumme Sprüche aus dem Trupp
Brüllt das Gelächter allgemein.
Mein tristes Herz spuckt auf den Bug,
Mein Herz, das Knaster stopft und Pein!

Ithyphallisch, soldateskisch
Klingt ihr Lästermaul versaut!
Zum Vesper kleckern sie es freskisch,
Ithyphallisch, soldateskisch.
O Fließen abrakadabreskisch
Trag flugs mein Herz ins weite Blau:
Ithyphallisch, soldateskisch
Klingt ihr Lästermaul versaut!

Wenn sie den Priem erst ausgekaut,
Was willst du tun, beklautes Herz?
Sie singen dann bacchantisch laut,
Wenn sie den Priem erst ausgekaut:
Der Mageninhalt röhrt heraus,
Weil sie mein tristes Herz zerstört:
Wenn sie den Priem erst ausgekaut,
Was willst du tun, beklautes Herz?

Mai 1871


Die Hände der Jeanne-Marie

Jeanne-Marie hat starke Hände,
Gegerbt vom Sommer: dunkelbraun,
Und so bleich wie Totenhände.
– Sind so Juanas anzuschaun?

Schwammen sie in Bräunungscreme
Frei im Sumpf der Lüsternheit?
Machte sie das Mondlicht schön
Feucht im Teich der Heiterkeit?

Tranken Himmel sie verloddert,
Sanft auf Knien eingewiegt?
Rollten sie Zigarren oder
Fälschten Diamanten sie?

Banden sie goldene Blumen
An Madonnenfüßen fest?
Belladonnas schwarzes Bluten
Von den Flächen spritzt und döst.

Hände, die Zweiflügler jagen
Durch Auroras blauen Schein,
Um den Nektar rein zu halten?
Hände, Gifte zu verstreun?

Welcher Traum gab sich zum Pfand,
Als sie sich pandikulierten?
Träume Asiens, verkannt,
Von Zion oder Khengavirien?

Sie verkauften nicht Orangen,
Nicht Politur für Götterfüße:
Für augenlose, fette Rangen
Wuschen sie nie Wickeltücher.

Es sind die Hände nicht von Zicken,
Noch von dicken Arbeitsfraun,
Die im Wald der Drecksfabriken
Aus Teer betrunkne Sonnen brau'n.

Zwar sind sie Rückgratkrümmerinnen,
Die Hände, doch nie böses Schwert,
Sind unheilvoller als Maschinen
Und stärker als ein ganzes Pferd!

Und reger als des Feuers Wesen,
Durchrüttelnder als Schüttelfrost,
Singt ihr Fleisch die Marseillaise;
Ein Kyrie immer eingeschlossen!

Sie würgten eure Hälse, Schlampen,
Sie brächen eure Hände, Fraun
Von Adel, eure feinen, schlanken
Finger, weiß und rot versaut.

Diese Hände, liebeglühend,
Verdrehen jedem Schaf das Hirn!
Auf ihren festen Fingergliedern
Steckt von der Sonne ein Rubin!

Des Pöbels Auflauf kennt ein Braun,
Wie's eine Brust von gestern ist:
Der Hände Rücken ist der Raum,
Den gern jeder Empörer küsst.

Voller Liebe in der Sonne
Sind sie bleich und eine Zier,
Sie tragen der Gewehre Bronze
Durch's Paris, das rebelliert!

Ach! Dann und wann, an heilgen Händen,
Deren Fäuste unser Mund
Stets ernüchtert küssen könnte,
Klirrn Kerkerketten manche Stund!

Zuweilen zuckt's in uns befremdlich
Und unser Wesen ist entsetzt,
Wenn ihr erblasst, o Engelhände,
Nur weil man euch ausbluten lässt!


Die Geschwister der Barmherzigkeit

Der junge Mann: helle Augen und tiefbraune Haut,
Des Körper, grad zwanzig, ganz nackt umhergehen müsste;
Als Genie unerkannt, doch manchmal als heilig geschaut;
Des Stirn in Persien wohl ein Kupferreif schmückte,

In unberührter Schönheit: die herrische Mähne,
Verdorben, ungestüm, von jungfräulicher Süße,
Jungen Meeren ähnlich und Sommernachtstränen,
Die diamanten durch Wadis und Flussbetten schießen;

Nachdem er die Scheußlichkeit Welt erstmalig erkundet,
Erzittert das reizbare Herz diesem jungen Mann,
Und tief im Innersten fast unheilbar verwundet,
Wird er, Geschwister Barmherzigkeit, nach dir so krank!

Doch Frau, du Haufen Gekröse, erbärmlich und süß,
Dein finsterer Blick, dein Schoß, wo Schattenglut ruht,
Du bist keine Schwester Barmherzigkeit, denn hier nützt
Nicht schwächlicher Finger, noch wohlgeformt eine Brust.

Du Blinde, noch nicht Erwachte, mit Riesenpupillen,
Der unsre Umarmung stets nur die Frage gestellt:
Warum bist du uns, du Milchdrüsenpaar, stets zu Willen,
Welch reizende, tiefe Passion, die uns bei dir hält.

Dein Hass, deine ständigen Ohnmachten, ewigen Schwächen,
Das was du an Grausamkeit sinnlos geschehen ließ'st,
Du zahlst es zurück, o Nacht, doch nicht um zu rächen,
Ein blutiger Strom, der monatlich einmalig fließt.

Doch wenn der Zorn sie packt, weil er sie benützt,
– Liebe, Lebenslied, kreischender Aufruf zur Tat –
Dann nahen die giftgrüne Muse und rasche Justiz,
Um ihn zu zerfetzen mit ihrer erhabenen Kraft.

Verraten von beiden Geschwistern, die ohne Erbarmen,
In unablässigem Durst nach Luxus und Ruh,
Jammert er zärtlich nach Wissenschaft streichelnder Arme,
Schleppt sich mit blutiger Stirn zur blühnden Natur.

Doch schwarze Magie und heilig-frömmelnde Lehren
Lehnt der Verwundete ab, auf düstre Erfahrungen stolz;
Er spürt, die grausige Einsamkeit rückt immer näher.
Doch, immer noch schön, verschmäht er nicht Särge von Holz

Und glaubt an die höchlichste Feinheit, unendliches Träumen,
Und – promenierend durch Nächte voll Wahrheit allzeit –
Ruft er zu Dir, an Körper und Seele gebrochen,
O unergründlicher Tod, du Bruder der Barmherzigkeit.

Juni 1871


Vokale

A schwarz, E weiß, I rot, U grün, O blau: Vokale,
Bald bring ich Licht ins Dunkel eurer Wiege:
A, Schattenbucht, Korsetts behaarter Fliegen,
Die grausigen Gestank schillernd befallen,

E, trauter Schein von Dämpfen und von Zelten,
Der Gletscher Lanzen, blanke Kaiser, Dolden wippen;
I, Purpur, Blut gespuckt, Gelächter schöner Lippen,
Die zornig sind, die Trunkenheiten quälten;

U, Zyklen, Wiederkehr der göttlich flimmernden Meere,
Die Stille der Weisen, der Friede verstreuter Herden,
Und Runzelstirn, der Alchimie vertrauend;

O, fremder Klang, wenn die Posaunen gellen,
Die stille Wanderung der Welten und der Engel:
– O Omega, Strahl violett Seiner Augen!


* * *

Der Stern weint eine Rose im Herzen deiner Ohren,
Unendlichkeit rollt weiß vom Nacken bis zum Schoß,
Das Meer perlt rötlich ab vom Dunkelrot der Brüste,
Der Mann verblutet schwarz an deiner Flanken Joch.


Oraison du soir

Je vis assis, tel qu'un ange aux mains d'un barbier,
Empoignant une chope à fortes cannelures,
L'hypogastre et le col cambrés, une Gambier
Aux dents, sous l'air gonflé d'impalpables voilures.

Tels que les excréments chauds d'un vieux colombier,
Mille Rêves en moi font de douces brûlures:
Puis par instants mon cœur triste est comme un aubier
Qu'ensanglanté l'or jeune et sombre des coulures.

Puis, quand j'ai ravalé mes rêves avec soin,
Je me tourne, ayant bu trente ou quarante chopes.
Et me recueille, pour lâcher l'acre besoin:

Doux comme le Seigneur du cèdre et des hysopes,
Je pisse vers les cieux bruns, très haut et très loin,
Avec l'assentiment des grands héliotropes.


Mes petites amoureuses

Un hydrolat lacrymal lave
      Les cieux vert-chou:
Sous l'arbre tendronnier qui bave,
      Vos caoutchoucs

Blancs de lunes particulières
      Aux pialats ronds,
Entrechoquez vos genouillères
      Mes laiderons!

Nous nous aimions à cette époque,
      Bleu laideron!
On mangeait des œufs à la coque
      Et du mouron!

Un soir, tu me sacras poète,
      Blond laideron:
Descends ici, que je te fouette
      En mon giron;

J'ai dégueulé ta bandoline,
      Noir laideron;
Tu couperais ma mandoline
      Au fil du front.

Pouah! mes salives desséchées,
      Roux laideron,
Infectent encor les tranchées
      De ton sein rond!

Ô mes petites amoureuses,
      Que je vous hais!
Plaquez de fouffes douloureuses
      Vos tétons laids!

Piétinez mes vieilles terrines
      De sentiment;
– Hop donc! soyez-moi ballerines
      Pour une moment!…

Vos omoplates se déboîtent,
      Ô mes amours!
Une étoile à vos reins qui boitent,
      Tournez vos tours!

Et c'est pourtant pour ces éclanches
      Que j'ai rimé!
Je voudrais vous casser les hanches
      D'avoir aimé!

Fade amas d'étoiles ratées,
      Comblez les coins!
– Vous créverez en Dieu, bâtées
      D'ignobles soins!

Sous les lunes particulières
      Aux pialats ronds,
Entrechoquez vos genouillères,
      Mes laiderons!


Le Cœur du pitre

Mon triste cœur bave à la poupe,
Mon cœur est plein de caporal:
Ils y lancent des jets de soupe,
Mon triste cœur bave à la poupe:
Son les quolibets de la troupe
Qui pousse un rire général,
Mon triste cœur bave à la poupe,
Mon cœur est plein de caporal!

Ithyphalliques et pioupesques
Leurs insultes l'ont dépravé!
À la vesprée ils font des fresques
Ithyphalliques et pioupesques.
Ô flots abracadabrantesques,
Prenez mon cœur, qu'il soit sauvé:
Ithyphalliques et pioupesques
Leurs insultes l'ont dépravé!

Quand ils auront tari leurs chiques,
Comment agir, ô cœur volé?
Ce seront des refrains bachiques
Quand ils auront tari leurs chiques:
J'aurai des sursauts stomachiques
Si mon cœur triste est ravalé:
Quand ils auront tari leurs chiques,
Comment agir, ô cœur volé?

Mai 1871.


Les Mains des Jeanne-Marie

Jeanne-Marie a des mains fortes,
Mains sombres que l'été tanna,
Mains pâles comme des mains mortes.
– Sont-ce des mains de Juana?

Ont-elles pris les crèmes brunes
Sur les mares des voluptés?
Ont-elles trempé dans des lunes
Aux étangs de sérénités?

Ont-elles bu des cieux barbares,
Calmes sur les genoux charmants?
Ont-elles roulé des cigares
Ou trafiqué des diamants?

Sur les pieds ardents des Madones
Ont-elles fané des fleurs d'or?
C'est le sang noir des belladones
Qui dans leur paume éclate et dort.

Mains chasseresses des diptères
Dont bombinent les bleuisons
Aurorales, vers les nectaires?
Mains décanteuses de poisons?

Oh! quel Rêve les a saisies
Dans les pandiculations?
Un rêve inouï des Asies,
Des Khenghavars ou des Sions?

– Ces mains n'ont pas vendu d'oranges,
Ni bruni sur les pieds des dieux :
Ces mains n'ont pas lavé les langes
Des lourds petits enfants sans yeux.

Ce ne sont pas mains de cousine
Ni d'ouvrières aux gros fronts
Que brûle, aux bois puant l'usine,
Un soleil ivre de goudrons.

Ce sont des ployeuses d'échinés,
Des mains qui ne font jamais mal,
Plus fatales que des machines,
Plus fortes que tout un cheval!

Remuant comme des fournaises,
Et secouant tous ses frissons,
Leur chair chaule des Marseillaises
Et jamais les Eleisons!

Ça serrerait vos cous, ô femmes
Mauvaises, ça broierait vos mains,
Femmes nobles, vos mains infâmes
Pleines de blancs et de carmins.

L'éclat de ces mains amoureuses
Tourne le crâne des brebis!
Dans leurs phalanges savoureuses
Le grand soleil met un rubis!

Une tache de populace
Les brunit comme un sein d'hier;
Le dos de ces Mains est la place
Qu'en baisa tout Révolté fier!

Elles ont pâli, merveilleuses,
Au grand soleil d'amour chargé,
Sur le bronze des mitrailleuses
À travers Paris insurgé!

Ah! quelquefois, ô Mains sacrées,
À vos poings, Mains où tremblent nos
Lèvres jamais désenivrées,
Crie une chaîne aux clairs anneaux!

Et c'est un soubresaut étrange
Dans nos êtres, quand, quelquefois,
On veut vous déhàler, Mains d'ange,
En vous faisant saigner les doigts!


Les Sœurs du charité

Le jeune homme dont l'œil est brillant, la peau brune,
Le beau corps de vingt ans qui devrait aller nu,
Et qu'eut, le front cerclé de cuivre, sous la lune
Adoré, dans la Perse, un Génie inconnu,

Impétueux avec des douceurs virginales
Et noires, fier de ses premiers entêtements,
Pareil aux jeunes mers, pleurs de nuits estivales
Qui se retournent sur des lits de diamants;

Le jeune homme, devant les laideurs de ce monde
Tressaille dans son cœur largement irrité,
Et plein de la blessure éternelle et profonde,
Se prend à désirer sa sœur de charité.

Mais, ô Femme, monceau d'entrailles, pitié douce,
Tu n'es jamais la sœur de charité, jamais,
Ni regard noir, ni ventre où dort une ombre rousse,
Ni doigts légers, ni seins splendidement formés.

Aveugle irréveillée aux immenses prunelles,
Tout notre embrassement n'est qu'une question :
C'est toi qui pends à nous, porteuse de mamelles,
Nous te berçons, charmante et grave Passion.

Tes haines, tes torpeurs fixes, tes défaillances,
Et les brutalités souffertes autrefois,
Tu nous rends tout, ô Nuit pourtant sans malveillances,
Comme un excès de sang épanché tous les mois.

– Quand la femme, portée un instant, l'épouvante,
Amour, appel de vie et chanson d'action,
Viennent la Muse verte et la Justice ardente
Le déchirer de leur auguste obsession.

Ah! sans cesse altéré des splendeurs et des calmes,
Délaissé des deux Sœurs implacables, geignant
Avec tendresse après la science aux bras aimes,
II porte à la nature en fleur son front saignant.

Mais la noire alchimie et les saintes études
Répugnent au blessé, sombre savant d'orgueil;
II sent marcher sur lui d'atroces solitudes.
Alors, et toujours beau, sans dégoût du cercueil,

Qu'il croie aux vastes fins, Rêves ou Promenades
Immenses, à travers les nuits de Vérité,
Et t'appelle en son âme et ses membres malades,
Ô Mort mystérieuse, ô sœur de charité.

Juin 1871.


Voyelles

A noir, E blanc, I rouge, U vert, O bleu: voyelles,
Je dirai quelque jour vos naissances latentes:
A, noir corset velu des mouches éclatantes
Qui bombinent autour des puanteurs cruelles,

Golfes d'ombre; E, candeurs des vapeurs et des tentes,
Lances des glaciers fiers, rois blancs, frissons d'ombelles;
I, pourpres, sang craché, rire des lèvres belles
Dans la colère ou les ivresses pénitentes;

U, cycles, vibrements divins des mers virides,
Paix des pâtis semés d'animaux, paix des rides
Que l'alchimie imprime aux grands fronts studieux;

O, suprême Clairon plein des strideurs étranges,
Silences traversés des Mondes et des Anges:
– O l'Omega, rayon violet de Ses Yeux!


* * *

L'etoile a pleuré rose au cœur de tes oreilles,
L'infini roulé blanc de ta nuque à tes reins
La mere a perlé rousse à tes mammes vermeilles
Et l'Homme saigné noir à ton flanc souverain.


<<Illeguan

Abendgebet
Oraison du soir
 
Meine kleinen Geliebten
Mes petites amoureuses
 
Das Herz des Kaspers
Le Cœur du pitre
 
Die Hände der Jeanne-Marie
Les Mains des Jeanne-Marie
 
Die Geschwister der Barmherzigkeit
Les Sœurs du charité
 
Vokale
Voyelles
 
Der Stern weint eine Rose …
L'etoile a pleuré rose…

>> [1] [2] [3] [4] <<
>> Neue Verse und Illuminationen

>> François Villon
>> Charles Baudelaire
>> Jules Supervielle
>> Jean Tortel
>> Französische Lyrik


Arthur Rimbaud (3)